Ceramic Technologies Digital Library

Abmessungsverhältnisse

Keramische Gefässe gab es in vielen verschiedenen Größen und Formen, in jeder Kultur – zu jeder Zeit. Die Verschiedenheit in Größe und Form erlaubt den Archäologen eine statistische Analyse der keramischen Gefäße. Diese reicht von der numerischen Beschreibung der Form des Gefäßes bis hin zur Anwendung komplexer multivariate Datenanalyse wie z.B. principal-component anaysis (PCA), oder aber auch zur Diskriminanzanalyse, dem Chi-Quadrat-Test und der Clusteranalyse. In allen Fällen ist aber der grundlegendste Schritt, die äußerliche Form des keramischen Gefäßes in eine Reihe numerischer Daten bzw. Werte zu konvertieren, die die Abweichungen der äußeren (zylindrischen) Form quantifizieren. Der Punkt an dem die Abweichung beginnt wird als Flexionspunkt bezeichnet, dieser Punkt liegt zwischen den beiden Hauptendpunkten der Gefäßwand: am Boden und am oberen Rand (A.O.Shepard 1976: 226). In den meisten Fällen markiert dieser Punkt den Beginn oder das Ende einen Gefäßteiles: Boden, unterer Körper, oberer Körper, Hals etc.

Der Grund für den „statistischen Ansatz“ ist in den meisten Fällen doppeldeutig: auf der einen Seite wünscht sich der Archäologe eine präzise Beschreibung des Studienobjektes, als Alternative zur reinen Textbeschreibung auf der anderen Seite erkennt er, dass die angewandte Statistik der beste Weg der Klassifizierung ist. Beide Fakten sind an der Frage nach der technischen Entwicklung des keramischen Gefäßes und der implizierten sozio-kulturellen Identität des Herstellers gebunden.

Aus funktionalen aber auch stilistischen Gründen variiert das Volumen der Keramik, in Abhängigkeit von der Menge, Art und Beschaffenheit der Substanz die sie beherbergen sollte. Mögliche Anwendungsgebiete konnten sein: kochen, trocken Lagerung, feucht Lagerung, Essenszubereitung, servieren etc. Um diese Merkmale zu beschreiben, entwerfen Archäologen ähnliche Entwürfe um die Form des Gefäßes zu quantifizieren. Einer der gebräuchlichsten Versuche war es ein Proportionsverhältnis zwischen verschiedenen Gefäßteilen aufzustellen, wie z.B. Gefäßhöhe, Randdurchmesser, maximale Gefäßdurchmesser, Schulterhöhe, Grunddurchmesser, Körpergröße, Halshöhe, etc. Die größte Einschränkung im Gebrauch solcher Proportionsmesswerte ist, dass ausschließlich die äußere Gestalt des Gefäßes betrachten. Ein klassisches Beispiel wurde durch A.O. Shepard dargelegt, er nutzte die „charakteristischen Punkte des Gefäßprofils“ um „maßgebliche Proportionen von einander unabhängigen Gefäßen“ zu errechnen. (1976: 226, 244) Andere wie z.B. J.M. Skibo bevorzugten es, einzelne Gefäßteile bzw. Gefäßproportionen zu untersuchen, um sie von der funktionalen Seite zu befreien. Wieder andere nutzten die einfachen Verhältnisse als Werte für eine statistische Analyse. Bereits im Jahr 1970 verarbeitete I.P. Rusanova eine statistische Methode um die Keramik des Korchak-Penkovka Types zu klassifizieren.  Später verbesserte M. Parczewski diesen statistischen Ansatz in dem er einige Verhältniswerte der äußeren Form der Gefäße berücksichtigte. (Parczewski 1991)

Die Keramik im Gebiet der Germania-Slavica variiert in ihrer Größe. Sie kann nur wenige Zentimeter oder aber bis über einem halben Meter groß sein. Der Durchmesser der Gefäßöffnung variiert ebenfalls, sein Mittelwert liegt aber bei ungefähr 17cm. Die Erfassung von übereinstimmenden Standardgrößen ist aufgrund der Existenz von verschiedenen Untergruppen und Varianten sehr schwierig. Diese Abmessungen (.pdf) können für die Vermessung und Parametrisierung doppelkönischer Gefäßtyp benutzt sein: Gefässhöhe, Schulterhöhe, Bunddurchmesser, maximal Durchmesser, Halsdurchmesser, Halshöhe, maximal Öffnungsdurchmesser.

October 21, 2007

Über uns | Sitekarte | Die digital Archiv Regeln | Kontakt nehmen | ©2006 CTDL Projekt