Ceramic Technologies Digital Library

Verzierung

Slawische Keramik ist gekennzeichnet durch eine auffällige Verzierung an der äußeren Flächendecke der Gefäße. Die Motive sind meist geometrisch und weisen einen Vorzug für geradlinige Kammstrukturen auf. Die Verzierung entstand durch das einkerben bzw. einschreiben der Motive in die Wand des Gefäßes noch vor dem Brennvorgang. Gemalte Verzierungen sind für diese Gruppe der Keramik weitestgehend unbekannt, es kann in Ausnahmefällen aber vielleicht doch zu Bemalungen gekommen sein.

Die An- bzw. Abwesenheit von Verzierungen wird oft genutzt, um die slawische Keramik zu Klassifizieren und in einigen Fällen z.B. bei der Typisierung von Sukow gg. Feldberg ist die Verzierung das entscheidende Merkmal, um diese beiden Typen voneinander zu unterscheiden. Es scheint unbestritten, dass unverzierte Keramik zu den frühesten Töpferwaren im östlichen Europa gehörten, während die verzierte Keramik eine spätere Zeitperiode der Keramikherstellung im slawisch besiedelten Gebiet darstellt. Aber nichts desto trotz lassen sich auch schon für die Anfangsphase keramischer Herstellung im slawischen Gebiet, Gefäße mit Verzierungen finden.

Die Verzierung auf den keramischen Gefäßen werden in der mittelslawischen Periode ( 9. bis 10. Jh. n.Chr.) vorherrschend. Es scheint keinen signifikanten Zusammenhang zwischen unverzierten und verzierten Keramikkrügen und ihrer Form zu geben. Die Verzierung besteht in dieser Zeit entweder aus einfachen oder doppelten Linien, die gewellt aufgetragen wurden. Weit verbreitet war auch, dass vier parallele Linien in vier oder mehr Gruppen auf das Gefäß aufgetragen wurden. Die Art der Verzierung ist als Kammartiges Muster (Kammstrich) in die Wissenschaft eingegangen.

Die zweite große Gruppe von Verzierungen taucht in der spätslawischen Periode (11. bis 13. Jh. n. Chr) auf. Sie ist durch eine Serie von parallel horizontal verlaufenden Linien auf der gesamten oberen Flächendecke gekennzeichnet, manchmal verlaufen diese Liniemuster auch bis zum Boden des Gefäßes. Die Geometrie der Motive ist augenscheinlich und sie erscheint als eine Vereinfachung von vorhandenen Mustern. Diese Keramik ist unter dem Begriff der Gurtfurchenware bekannt.

Im Gebiet der Germania-Slavica wurde aber auch Keramik mit unüblichen Verzierungen gefunden. In diesem Fall entsteht die Verzierung durch die wiederholte Anhäufung von Punkten (Zahnstockeinstichmuster) am obersten Ende der Töpferware. Eine andere Verzierung entsteht durch das stempelartige auftragen von kleinen, eingerückten Kreisen (Stempelmuster gennant).  

October 21, 2007

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