Slawische Keramik und ihre wichtigste Form: Die Formenlehre kennt viele Variationen von Formen, aber der Topf in der doppel-konischen Form ist omnipräsent in allen zeitlichen Abschnitten in der slawischen Keramik vorhanden. Man kann mit gewisser Sicherheit sagen, dass diese Form das wichtigste Muster war, und andere Formen im Laufe der Zeit nur hinzukamen. Kempke (2001) wies darauf hin, dass diese Form in der frühslawischen Periode (ca. ab dem 7. Jh. n.Chr.) auftauchte, in der Mittel-Slawischen Periode (ca. 10. Jh.) ihre Hauptverbreitung hatte und ihre Häufigkeit und Bedeutung in der Spät-Slawischen Periode (ca. 11. Jh. bis 13. Jh.) abnahm.
- Töpfe sind die meistverbreitete Form der slawischen Keramik. Der Typ des Töpfes weist verschieden Formen auf: am geläufigsten die dickbauchigen mit proportional hingezogenen Wänden, andere sind eher gestreckt und erinnern an die Form eines Eis, während andere wiederum klare Einbuchtungen zwischen dem oberen und unterem Körper aufweisen, die stark an die Form eines „S“ erinnern. Eine andere Gruppe nennt sich Wulstrand Töpfe, bei ihnen ist der Rand der Öffnung verdickt, während Halsband Töpfe unter ihrem dicken Rand eine Einwölbung haben. Wenn diese Einwölbung nicht auftritt, spricht man von einem Kragenrand Topf , welcher einen verdickten Rand mit einem flach abfallenden Ansatz aufweist. Sobald der Hals direkt in den Rand übergeht nennt man diese Form, Zylinderhals Topf . Wenn der Töpfer an verschiedenen Stellen verdickende Bänder in den Topf eingebaut hat, klassifiziert man diesen als plastisches-band Topf.
- Seit dem Ende der Mittel-Slawischen Periode, wurden Töpfe mit Abdeckungen produziert die perfekt in die Öffnung passten. Die Abdeckungen, dh. die Deckel, wurden meist mit demselben Mustern versehen wie der Topf. Die Art wurde unter den Namen Deckelkümpfe bekannt.
- Auch bei den Schüsseln gab es viele verschieden Formen, die kegelförmige mit einer großen Öffnung ist der Bekannteste.
- Kleine Schalen mit gebrannten Wänden ist anscheinend eine eigene Kategorie, obwohl das Unterscheidungskriterium hier eigentlich nur die Größe der Eintiefung ist.
- Teller sind leicht zu klassifizieren, obwohl sie in ihrer Form, Größe und ihrer Ausgestaltung stark variieren können.
- In Ostdeutschland und Polen kann man auch häufig Keramikpokale finden.
- Flaschen sind selten und ähneln einer verlängerten und gepressten Kanne, aber nichts desto trotz scheinen sie die wohl einheitlichste Kategorie mit nur wenigen Verzierungen zu sein.


