Ceramic Technologies Digital Library

Typologie

Die Ceramic Technologies Digital Library (CTDL) ist eine digitale Bibliothek zur Klassifizierung und kulturellen Analyse von historischen Techniken zur Herstellung von Keramik in Mitteleuropa, insbesondere des Gebietes der Germania-Slavica, im Mittelalter (600 n.Chr. – 1400). Ihr Ziel ist es, Daten über Keramik zu erfassen und im Bezug zu bestehenden Typen zu klassifizieren. Aber es wird auch die Möglichkeit in Betracht gezogen, neue Arten, basierend auf präzisen Laserscans, symmetrischen Messwerten und stilistischen Merkmalen zu klassifizieren.

Keramik wird normalerweise in verschiedene Typen klassifiziert, basierend auf bestimmte Regionen in denen sie reichhaltig vorkommt. Diese Typen sind an archäologische Funde gebunden, manchmal aber auch an ethnographischen Studien. Die CTDL digitale Bibliothek nutzt die Klassifizierungssysteme (.pdf) , welche von E. Schuldt (1954) bzw. Losinski (1989) entwickelt wurden. Schuldts Klassifizierung basiert auf die Namensgebung nach dem Fundort, während Losinski eine abstraktere Klassifizierung bevorzugt. Im Allgemeinen werden beiden Klassifizierung in Deutschland und Polen genutzt und entsprechend einander wie folgt:

  1. Sukow = A Familie (Dziedzice)
  2. Feldberg = B Familie
  3. Menkendorf = C Familie
  4. Fresendorf & Tornow = D Familie
  5. Vipperow, Teterow, Garz, Bobzin, Weisdin, Warder, Gr. Raden = E,F,G,H Familien

Ein Vorteil des CTDL online-Archivs wird die Entwicklung eines Forschungsrahmenprogramms zum besseren Vergleich zwischen regionalen, chronologischen Tabellen sein, welche auf einer linearen Erfassung, aber auch auf einer unlinearen Erfassung fußen kann. (z.B. relative Chronologie vs. absoluter Chronologie) Die Informationen können von Experten (Archäologen, Historiker, Linguisten, Ethnographen etc.) in ihrer Suche nach einer Antwort auf die Frage, wie soziale sowie technische Prozesse im Mittelalter abliefen, genutzt werden. Aber auch der Öffentlichkeit sollen die Informationen der Datenbank zur Verfügung stehen.

Die Slavische Keramik ist schwer zu Klassifizieren, da sie mehrere technische Herstellungsarten auf dasselbe Gefäß aufweisen können:

  1. beide Brennmethoden: Reduktion und Oxidation
  2. es gibt dekorierte und undekorierte Keramik
  3. des weiteren gibt es zwei verschieden Produktionstechniken, handgemacht und die Produktion auf Töpferscheiben

Diese Situation führt dazu, dass als Hauptidentifizierungswerkzeug - zur Feststellung des Typs- nur die FORM und die VERZIERUNG der Keramik dienen. Hier ist nun ein Beispiel wie eine Keramik, die in einem herrschaftlichen Burgwall ausgegraben worden ist, datiert wurde. Wie Kempke (2001) schon erkannte, ist eine Klassifizierung nur durch Form und Dekoration nicht ausreichend, vor allem nicht, wenn es das Ziel sein soll einen supra-regionalen Vergleich zu ziehen. Um diese Schwäche in der Analyse auszugleichen, nutzen die Archäologen heute nicht nur das Vorhandensein bzw. das Fehlen von bestimmten Formen und Dekorationen, um ihre chronologischen Schlussfolgerungen zu ziehen, sondern sie nutzen auch Daten die von den Naturwissenschaften erhoben werden.

Um eine präzise Forschung über die Herstellung keramischer Erzeugnisse und eine sinnvolle Klassifizierung zu gewährleisten, müssen die Fundstücke VISUALISIERT, BESCHRIEBEN und ABGEMESSEN werden. Diese Aufgaben sollen mit Hilfe des CTDL-Projekts und der neuesten 3D-Technik gelöst werden.

October 21, 2007

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